Workshop „Sexuelle Probleme nach sexuellen Gewalterfahrungen“

mit Dr. Melanie Büttner und Karin Paschender, 2./3.3.2019, Berlin

Menschen, die in der Vergangenheit sexueller Gewalt ausgesetzt waren, erleben ihre Sexualität oft als problematisch. Jemandem zu vertrauen, der ihnen körperlich nah kommt, fällt ihnen schwer. Bedürfnisse und Grenzen zu spüren ist für sie kaum möglich. Berührungen führen dazu, dass sie am liebsten weglaufen möchten. Angst, Ekel, Übelkeit oder Ohnmacht steigen in ihnen auf. Der Körper spürt nichts mehr, der Geist schaltet ab oder geht weg. Oft ist der Sex schmerzhaft oder gar nicht möglich, weil sich im Intimbereich alles verkrampft. Das alles ist so schwer zu ertragen, dass viele Betroffene der Sexualität lieber aus dem Weg gehen. Andere wollen ihre Partner*innen nicht enttäuschen und versuchen es irgendwie auszuhalten, doch es geht ihnen nicht gut damit. Es gibt aber auch Betroffene, die sich selbst sexualisieren und objektifizieren. Ein ungestilltes Bedürfnis nach Zuwendung zieht sie zu immer neuen Sexpartnern. Sie lassen sich auf sexuelle Kontakte ein, ohne sich vor ansteckenden Krankheiten, ungewollter Schwangerschaft oder gewalttätigen Übergriffen zu schützen.

In diesem Workshop vermitteln wir

– Grundlagenwissen zu sexuellen Störungen nach sexuellen Gewalterfahrungen

– Know-how für die traumasensible Sexualanamnese und Diagnostik

– einen therapeutischen Ansatz, der Elemente aus der Trauma-, Sexual-, Körper- und systemischen Therapie verbindet

Zahlreiche Fallbeispiele, Videodokumentationen und Selbsterfahrungsanteile ergänzen die praxisnahe Informationsvermittlung.

Der Workshop richtet sich an Personen in therapeutischen und beraterischen Berufen, wie z. B. psychotherapeutisch tätige Psycholog*innen, Ärzt*innen, Sozialpädagog*innen und Heilpraktiker*innen, aber auch an Sexualtherapeut*innen, Sexualberater*innen, Körpertherapeut*innen und Physiotherapeut*innen.

Literatur: Büttner, M. (Hrsg.). Sexualität und Trauma – Grundlagen und Therapie traumaassoziierter sexueller Störungen. Schattauer, 2018.

Referentinnen:

Dr. med. Melanie Büttner ist langjährige Mitarbeiterin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar (TU München). Sie betreut die Sprechstunde für sexuelle Störungen und arbeitet ambulant und teilstationär mit traumatisierten Menschen am Thema Sexualität. Im ZEIT-ONLINE-Podcast „Ist das normal?“ beantwortet sie wöchentlich Fragen rund um das Thema Sexualität. Weitere Informationen: www.melanie-buettner.de

Karin Paschinger ist seit 1995 am Klinikum rechts der Isar beschäftigt. Seit 2006 ist sie in der Psychosomatischen Klinik im Einsatz, wo sie traumatisierte Patient*innen körper- und schmerztherapeutisch begleitet. Ihre Arbeit basiert auf der Feldenkrais-Methode und integriert neben osteopathischen Techniken auch individuelle physiotherapeutische Elemente wie z. B. Beckenbodentherapie, manuelle Therapie, physikalische Medizin und neurokognitive Rehabilitation nach Prof. C. Perfetti. Mit ihrer traumasensiblen Vorgehensweise unterstützt sie Betroffene von sexueller Gewalt dabei, körperliche und seelische Beschwerden zu lindern und einen positiven Zugang zu ihrer eigenen Sexualität zu entwickeln.

Preis: 295 € Frühbucher (bis 4 Wochen vor der Veranstaltung)
349 € regulär
Anmeldung: info@middendorf-sturm.de